Weitverbreitete Unwissenheit

Ein Kunde bekam heute einen Anruf eines Softwaredistributors. Im Gespräch kam heraus, dass dieser Distributor die Kontaktdaten, inklusive personenbezogener Daten, von seinem Hersteller bekommen hatte. Somit ein eindeutiger Fall der Datenweitergabe. Natürlich hatte mein Kunde dem Hersteller,  der bei der Nutzung der Produkte persönliche Daten verlangt, keine Einwilligung zur Datenübertragung gegeben.

Die Rückfrage bei dem Hersteller führte dann zu großem Erstaunen. Zum einen sei dafür Finnland zuständig, schließlich sei man ein finnisches Unternehmen (wohlgemerkt, eine deutsche GmbH mit 16 Mitarbeitern), und zum anderen habe man keinen Datenschutzbeauftragten.

Dies ist ein leider fast typischer Fall. Ob in dem Unternehmen ein Datenschutzbeauftragter vorhanden sein muss, kann aus der Ferne nicht überprüft werden – obwohl bei einem Vertriebsunternehmen mit 16 Mitarbeitern schon davon ausgegangen werden kann, dass mehr als 9 Personen ständig mit den personenbezogenen Daten umgehen. Sicher ist jedoch, dass die Mitarbeiter ungenügend informiert und damit ungenügend geschult sind. Und sicher ist damit auch, dass sich die Geschäftsleitung sich ihrer Aufgaben offensichtlich nicht bewusst ist.

Mein Rat an alle Unternehmen dieser Größenordnung: Lassen Sie sich kompetent beraten. Eine regelmäßige Unterstützung in Datenschutzfragen ist bereits ab 50 € / Monat realisierbar, eine sinnvolle Investition.

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